Longieren

Im November 2009 haben wir das erste Mal Longieren kennengelernt, da Sabine, eine befreundete Tierärztin, die schon seit längerem mit ihren zwei Border Collies Quin und Flecki longiert, uns zu einem Seminar mitgenommen hat.

Beim Longieren läuft der Hund in verschiedenen Tempi um einen mit Absperrband abgesteckten Kreis von ca. 10 m Durchmesser. Diesen Kreis soll er nicht betreten (das Kreisinnere ist die “Tabu-Zone”), sondern konzentriert außen auf Kommando abarbeiten. Anfang läuft der Hund dabei noch an einer Leine und der Hundeführer innen nah an der Absperrung mit. Relativ schnell wird aber die Leine abgenommen, und nach und nach erhöht der Hundeführer die Distanz zum Hund, in dem er sich in die Mitte des Kreises vorarbeitet.

In die Runden können nun auf Kommando Unterordnungsübungen (Sitz, Platz, Steh) sowie Richtungs- und Tempowechsel eingearbeitet werden, später auch Hundernisse, Wechsel in einen weiteren Longierkreis oder zu einem anderen Hundeführer und Arbeiten mit zwei oder mehr Hunden.

Ziel ist konzentriertes und sicheres Arbeiten auf die Distanz, Führigkeit, sowie eine körperliche Auslastung / Konditionssteigerung.  Die Arbeit im Kreis liegt natürlich vor allem den Hütehundrassen, ist aber eigentlich für alle gesunden Hunde eines jeden Alters ab ca. 9 Monate geeignet. Es ist vor allem auch eine super Möglichkeit, solche Hunde auszulasten, die aufgrund von Jagdtrieb oder Agressionsverhalten draussen nicht ohne Leine laufen dürfen. Hier können sich die Hunde in 10-15 Minuten richtig auspowern. Aber auch Hunde, die aus welchen Gründen auch immer nicht springen sollen, finden im Longieren eine gute körperliche Auslastung.

Ich war sofort begeistert von diesem Sport, Anakin, der an dem Seminar teilgenommen hat, weniger. Allerdings war er zu dem Zeitpunkt einfach mit einem ganzen Wochenend-Seminar, einem fremden Platz und dem ganzen Trubel fremder Hunde und Menschen noch völlig überfordert.

Danach haben wir erst mal eine lange Pause mit dem Longieren eingelegt, da Agility Priorität hatte, und ich meine zwei Terrier auch nicht überlasten wollte.

Im Sommer 2010 haben wir dann wieder erste Einheiten im Longieren begonnen, und Anakin ist sofort mit Eifer bei der Sache gewesen. Pepper hingegen findet keinen “Draht” zum Longieren, sie macht zwar freudig mit, will aber viel lieber über das Abpserrband rein und raus springen, denn ihre wahre Leidenschaft ist Agility und “Hüpfen”. Anakin hingegen hat sehr schnell kapiert, worum es geht, legt ein guten Tempo hin und versucht mittlerweile, die UO-Übungen wie Sitz oder Platz selbst einzuleiten :-) Sobald ich in einer Trainingseinheit ein Platz oder Sitz an einer bestimmten Stelle gefordert und ihn dafür belohnt habe, bietet er es genau an dieser Stelle in den nächsten Runden von selbst an. Das ist zwar eigentlich nicht Sinn und Zweck der Übung, zeigt aber, wie schnell er hier lernt, wieviel Spass er dabei hat, und wie sehr er versucht, mich hier zu manipulieren und zu erziehen :-)

Bilder und Videos vom  Longieren folgen hoffentlich demnächst.